ich hab vor einigen tagen bereits getwittert, dass ich mich dazu entschlossen habe, ab sofort mit helm ski zu fahren. die entscheidung brauchte ein wenig, bis sie reif war. denn leider komm ich doch nur wenige tage im jahr zum skifahren, da ist eine investition von mind. 100 euro (meiner war am ende noch ein stück teurer…) zumindest eine überlegung wert. zum anderen ist es einfach ungewohnt.
ich kann mich gut erinnern, als kind mit helm gefahren zu sein. ein rundes, stares teil, mit vielen aufklebern drauf, da fühlt man sich gleich wie ein grosser rennfahrer. zur info, ich dürfte mit 4 oder 5 jahren mit dem skifahren angefangen haben, müsste ich mal nachschauen…
irgendwann wurde der helm zu klein, landete in der ecke (ob der auf dem speicher noch existiert? *grübel*) und es wurde kein neuer angeschafft. warum auch, man war ja jetzt gross genug, braucht man doch nicht. niemand fuhr mit helm.
inzwischen haben sich die helme optisch wie funktionell doch ein ganzes stück weiter entwickelt. leichter, gefälliger. aber halt leider auch nicht ganz billig. als lasse vor zwei jahren bei der julis-winterakademie mit helm auftauchte war noch der gedanke “naja, braucht’s den wirklich?” da, zugegeben. inzwischen denk ich da etwas anders. und die meldungen allein aus diesem winter lassen mich zunehmend aufhorchen:
- aktuell: dieter althaus verunglückt, eine skifahrerin tot, althaus mit hirnblutung im künstlichen koma!
- gerade mal 4 tage her: skifahrer aus thüringen getötet
- vom 21.12.: kroatischer vizeminister für verteidigung nach skiunfall gestorben
das gibt einem zu denken.
bevor ich meinen helm gekauft habe, hab ich mich natürlich ein wenig im netz informiert. dabei bin ich auf folgenden beitrag vom bayrischen rundfunk gestossen. was auch mir nicht bewusst war (warum auch?): man wird als skifahrer ja doch ganz schön schnell. die gemessenen 60km/h fand ich sogar noch moderat…
meine erfahrung zum helmkauf auch noch kurz und knackig:
man muss die teile einfach probieren, probieren, probieren. jeder helm hat ne andere form und wenn der nicht richtig sitzt oder am ende sogar drückt wird man ihn wohl eher daheim liegen lassen. dann kann man sich das geld aber sicher auch sparen.
so, und nun zur spannenden frage: sollte es eine pflicht geben, einen helm zu tragen?
was für die nutzung eines helmes spricht, hab ich glaub ich schon dargelegt. man darf ausserdem nicht vergessen, dass es nicht immer eines tragischen zusammenstosses mit einem anderen skifahrer bedarf. ein einfaches wegrutschen auf eisiger piste kann schon dazu führen, dass der kopf hart aufschlägt.
niemand käme heute noch auf die idee, einem mofa-fahrer, der ja auch nur 25km/h fahren kann, die helmpflicht abzusprechen. auch beim radfahren wird das teil mehr und mehr obligatorisch, wenn auch nach wie vor freiwillig.
reicht das? braucht es eine weitere pflicht? den staat, der hier was vorschreibt? und was passiert, wenn der skifahrer keinen helm aufhat? welche polizei wird ihn überwachen? und ist das nicht eigentlich ein thema für die EU?
ich würde einer helmpflicht aktuell glaub ich durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen, tendiere aber wie so oft zur eigenen vernunft, zu aufklärung und guter information (wie zb auch hier) und hätte für den fall, dass es doch zu einem unfall kommt, einen vorschlag: die krankenkassen könnten die krankenkosten anteilig umlegen, wenn kein helm getragen wurde.
das man sich beim skifahren auch weiterhin verletzen kann, auch mit helm (siehe die zweite meldung weiter oben, der mit helm hatte auch einen schädelbasisbruch!), sollte allen beteiligten natürlich klar sein.
in italien und kroatien gibt es übrigens eine helmpflicht für unter 14jährige. macht durchaus sinn, wenn man unterstellt, dass kinder eben noch auf die entscheidungen von erwachsenen angewiesen sind.
mit dem aktuell prominenten fall althaus wird es aber ziemlich sicher eine neue diskussion darüber geben, ob eine skihelmpflicht eingeführt werden soll. wer sich darauf vorbereiten mag, kann sich ja schonmal einlesen

Mein Name ist Marcus Viefeld und ich kandidiere in diesem Jahr erstmalig im Wahlkreis 153 (Leipzig Nord) für den Bundestag.